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Jewish Cemeteries in Germany Vol.6 Vergrößern

Jewish Cemeteries in Germany Vol.6

Die Jüdischen Friedhöfe von Wiesbaden, eine Gesamtdokumentation alle jüdischen Friedhöfe in Wiesbaden.

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3-938454-11-13

199.00 €

Der alte jüdische Friedhof (1747-1890)       
 
Die Toten der jüdischen Gemeinde Wiesbadens wurden bis 1747 auf dem alten Friedhof in Wehen beigesetzt. In diesem Jahr konnte ein eigener Friedhof in Wiesbaden "Auf dem Kuhberg" (heute: "Schöne Aussicht") angelegt werden. Dieser alte jüdische Friedhof wurde 1779 und 1850 erweitert und bis 1890 belegt; die letzte Beisetzung in einem Familiengrab erfolgte 1929. Die Friedhofsfläche umfasst 46,93 ar. Es sind nach der 1987 erstellten Dokumentation der "Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen" (siehe unten) 583 Grabsteine aus der Belegzeit von 1750 bis 1924 vorhanden. Viele der früher schlichten Grabsteine aus Sandstein sind inzwischen verwittert, zerbrochen, oft unleserlich. Die neueren Steine des 19. Jahrhunderts sind besser erhalten, etliche allerdings (gewaltsam?) umgestürzt. Heute wird der Friedhof bewahrt; die Steine werden nach und nach wieder aufgerichtet.   
  
Während der Zeit des Bestehens des alten jüdischen Friedhofes bestand ein Friedhofsverband mit den umliegenden Gemeinden Biebrich, Bierstadt und Schierstein. Als der alte Friedhof geschlossen wurde, wurde der Friedhofsverband aufgelöst. Die jüdischen Gemeinden Biebrich, Bierstadt und Schierstein legten damals ihre eigenen Friedhöfe an. 
  

"Der Neue"

Der auf der 'schönen Aussicht' gelegene Friedhof der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, welcher seit etwa hundertundfünfzig Jahren - vorher begrub die Gemeinde ihre Toten auf dem israelitischen Friedhofe in Wehen - im Gebrauch ist, wird, der Anordnung des Ministeriums gemäß, am Ende dieses Jahres geschlossen werden. Denn da in Folge der Erweiterung, welche die so mächtig emporblühende Stadt Wiesbaden auch nach dieser Seite hin genommen, der Friedhof längst von Villen und Landhäusern umgeben ist, so war es leicht vorauszusehen, dass die höchste Behörde dem Drängen der angrenzenden Bewohner nach Verlegung des Friedhofes Folge geben würde. Lange Zeit beschäftigte die Frage wegen Akquirierung eines Terrains zur Anlegung eines neuen Friedhofs die Vertreter der Gemeinde aufs Ernsteste. Nach manchen missglückten Versuchen fand dieselbe in allseitig befriedigender Weise ihre Lösung. Denn die Liberalität der städtischen Behörden gewährte der Gemeinde für diesen Zweck ein an den Kommunalfriedhof grenzendes Stück Land, das einige Morgen groß, dem Bedürfnisse der Gemeinde auf lange hinaus entsprechen dürfte. Wenn auch die Kommunalbehörden, die an dem Grundsatze festhalten, kein städtisches Eigentum zu veräußern, sich das ideelle Besitzrecht vorbehalten, so ist doch die Unantastbarkeit der Gräber vertragsmäßig für alle Zeit gesichert. - Eine Kalamität ist aus diesem Wechsel des Friedhofs für einige benachbarte Gemeinden, die bisher mit der hiesigen einen Friedhofsverband bildeten, erwachsen, da unter den veränderten Verhältnissen diese Gemeinschaft nicht länger erhalten werden konnte. So sind denn diese Gemeinden zur Anlegung eigener Friedhöfe genötigt. Zwei dieser Gemeinden (Biebrich und Schierstein) haben sich hierbei gleichfalls eines freundlichen Entgegenkommens seitens der lokalen Behörden, die ihnen das erforderliche Terrain kostenlos gewährten, zu erfreuen gehabt, während die dritte Gemeinde (Bierstadt) ein Stück Land zur Anlegung eines Friedhofs ankaufen musste."        


Der orthodoxe Friedhof (1877-1942)  
  
Die orthodoxe, "Alt-Israelitische Kultusgemeinde" hatte, nachdem durch den Austritt ihrer Mitglieder aus der Israelitischen Kultusgemeinde eine Benutzung des Friedhofes der Kultusgemeinde nicht mehr möglich war, gleichfalls einen Friedhof. Er konnte 1877 angelegt und - verbunden mit der Beisetzung von Amalie Hirsch - am im November 1877 durch Rabbiner Dr. Cahn eingeweiht werden. Dieser Friedhof enthält 372 Gräber (Dokumentation um 1970) und umfasst eine Fläche von 26,94 ar. Unter den Beigesetzten sind auch zwei junge Töchter des Rabbiners Dr. Cahn sowie seiner Frau Sara geb. Dukas (1851-1919; stammte wie er aus Sulzburg). 1936 wurde unter großer Anteilnahme auch Rabbiner Dr. Leo Kahn auf dem Friedhof beigesetzt.  Die letzten Toten wurden 1942 hier beerdigt. 
 
Insgesamt sind etwa 300 Grabsteine vorhanden, viele waren für Kurgäste, die nur vorübergehend in Wiesbaden weilten. Einer der berühmtesten Kurgäste war Wolf Vishniac (Wischnjak), der Großvater von Roman Vishniac (1897-1990, vgl. Wikipedia-Artikel "Roman Vishniac"), der seinen Sohn Wolf V. Vishniac (1922-1973, vgl. Wikipedia-Artikel Wolf V. Vishniac") wiederum nach dem Großvater benannte. 

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